Chronik

Chronik des Borkener Carneval Club 1961 e.V.
anlässlich des Festkommerses zum 44-jährigen Jubiläum – und aktuellen Ergänzungen

In den 50er Jahren wurden von der Borkener katholischen Jugend im Saal des ehemaligen Hotel „Zur Post“ – das ist der Raum über der ehemaligen Eisdiele „Venezia“ – zu Erntedank Tanzabende mit Musik aus der Musikbox und Sketcheinlagen organisiert, deren Erlös dem Bau der neuen katholischen Kirche in Borken und der Filialkirchen in Nassenerfurth und Kleinenglis zugute kam.

1961 wurde unter dem damaligen Kaplan Hubert Wiederhold, der aus der nordhessischen Karnevalshochburg Naumburg stammte, statt des im Volksmund „Katholikenball“ genannten Erntedankfestes, erstmals ein Fest im Karneval gefeiert. Weil der damalige Pfarrer Ludwig Vogel befürchtete, dass bei einer Veranstaltung am Samstag der Besuch des morgendlichen Sonntagsgottesdienstes leiden könnte, wurden die Veranstaltungen in den ersten Jahren an Sonntagen abgehalten. Durch das steigende Interesse gab es in den Folgejahren bis zu drei Hauptveranstaltungen, und man musste aus Termingründen auch auf Samstage ausweichen. Die erste Prunksitzung – und viele folgende – wurde in Trockenerfurth, in den Folgejahren gelegentlich in Großenenglis und Gombeth, und ab 1963 jeweils eine im neu gebauten Bürgerhaus in Borken, durchgeführt. Das Outfit des Elferrates war zuerst ein schwarzer Anzug, eine weiße Papierblume im Knopfloch und ein Schiffchen als Kopfbedeckung. Der Prinz trug von Anfang an eine Narrenkappe und einen Umhang. Schon 1964 wurde auch für den Elferrat das Schiffchen gegen die Narrenkappe ausgetauscht. Das Programm bestand zunächst aus Sketchen, Büttenreden und Musik vom Plattenspieler. Von 1961 bis 1975 gab es eine männliche Garde, die als Clown kostümiert oder in Gardeuniform zunächst vor bzw. neben der Bühne stand, später im Hintergrund saß.

Bis 1973 wurde die Prunksitzung vom katholischen Pfarrer oder seinem Kaplan eröffnet. Er hatte die Ehrengäste eingeladen und durfte sie begrüßen. Durch die aller erste Prunksitzung führte als Sitzungspräsident Josef Hannig. Im zweiten Jahr fiel die Prunksitzung wegen der Flutkatastrophe in Hamburg (16.02.1962) aus.

Von 1963 bis 1986 war Alois Willner Vereins- und Sitzungspräsident. 1963 bildeten acht Mädchen unter Leitung von Uschi Tschöke die erste Tanzgarde. Um die Auslagen für die Veranstaltung zu finanzieren, musste jedes Mitglied 10 DM bezahlen. Im folgenden Jahr konnte eine Delegation aus Borkens französischer Partnerstadt Méru – gerade frisch verschwistert – unter Führung des damaligen Bürgermeisters, Monsieur César, bei einer Prunksitzung begrüßt werden.

1965 war in der „Kasseler Zeitung“ zu lesen: „Hervorragende Büttenredner leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Abends.“ Von 1965 bis 1968 war Kaplan Robert Krenzer aus Homberg mit fetzigen Schlagern und Rock ´n Roll eine Bereicherung des Programms. 1965 hatten die „Borkener Bärensänger“ ihren ersten Auftritt – 30 Jahre sangen sie als Duo, inzwischen treten sie mit eigener musikalischer Begleitung als Trio auf. Dabei ist Horst Süsse mit 33 „Dienstjahren“ der mit Abstand Beständigste im ganzen Club. Das Bühnenbild gestaltete Alfred Wanner von 1965 bis 1997.

1966 war der Presse zu entnehmen: „Man muss dem Veranstalter ein großes Lob aussprechen für das hohe und saubere Niveau des Abends, der ohne jede fremde Hilfe organisiert und durchgeführt wurde.“ Von 1966 bis 1976 gab es in wechselnder Besetzung verschiedene Gesangsduos bzw. –trios, von denen das Duo „Fridolinos“ mit fünf Jahren am längsten zusammenhielt. Ab 1966 wurden Vereinsausflüge unternommen, die als Dankeschön für die viele Arbeit der Aktiven gedacht waren.

1967 legte sich der Elferrat schon wieder neue Narrenkappen zu.
Im Folgejahr stand in der „Kasseler Zeitung“ über die Prunksitzung im Borkener Bürgerhaus, dass 400 Gäste begrüßt werden konnten – und in Trockenerfurth gab es anschließend noch eine weitere Sitzung.

1969 wurden der katholische Pfarrer, damals schon Dechant in Fritzlar, Ludwig Vogel und der damalige Bürgermeister Konrad Vogel zu den ersten beiden Ehrenmitgliedern ernannt. Bürgermeister Vogel und der katholische Pfarrer Wolf, Nachfolger des Dechanten, lieferten sich anschließend in der Bütt ein brillantes Rededuell, was vom Sitzungspräsidenten als „Rotkäppchen und der Wolf“ kommentiert wurde. Die alte Bütt – das Fass – hatte ausgedient. Mindestens seit diesem Jahr trug die Garde als Marschkostüm die blauen Oberteile mit weißem Faltenrock. Das Kostüm wurde erst 1985, 16 Jahre später, ausrangiert. Im August 1969 war eine Abordnung des Clubs für vier Tage zu Gast in Méru.

1971 stand im „Borkener Anzeiger“: „Erfreulich ist die Tatsache, dass die Abende des BCC inzwischen zum gesellschaftlichen Ereignis des Jahres geworden sind. … Den Mitgliedern des BCC gebührt aber auch besonderer Dank dafür, dass sie in zehnjährigem Wirken gezeigt haben, wie sehr sich „Humor“ von schlechtem Witz trennt, welche Glossen dem Publikum zuzumuten sind und mit wie viel Beifall auch „Anständigkeiten“ bedacht werden.“ Die Bärensänger wurden mit karierten Jacken eingekleidet, nachdem sie vorher mit wechselnder Garderobe aufgetreten waren. Es wurde erstmalig eine Karnevalsveranstaltung für Kinder durchgeführt. Zum 10-jährigen Jubiläum gab der BCC eine Festschrift heraus.

1972 wurde der katholische Pfarrer Helmut Wolf zum Ehrenmitglied ernannt. Rosenmontag wurde intern und kostümiert im Cafè Becker gefeiert.

Von 1973 bis 1986 wurde das Prinzenpaar von der Mitgliederversammlung – manchmal erst im Januar – gewählt. Davor und danach wurde es allein vom Vorstand ausgesucht. In manchen Jahren, wie z. B. 1973 standen, einschließlich des „Protokollers“, bis zu sieben Redner in der Bütt.

1974 ernannte der BCC Karl Vernaleken, der lange Jahre – oft gemeinsam mit seiner Frau – Büttenredner im Club war, zum Ehrenmitglied. An Rosenmontag wurde im Hof des Vereinslokals „Birkenhof“ der Till, eine fast lebensgroße Figur aus Pappmache, die in den ersten Jahre bei den Prunksitzungen über dem Elferrat schwebte, verbrannt, weil sie ausgedient hatte – es gab längst schon ein richtiges Bühnenbild.

Zum 15-jährigen Jubiläum 1975 tanzte die Große Garde in neuen rotweißen Kostümen, die dann 22 Jahre lang getragen wurden, und die neugebildete Kleine Garde trat erstmals auf. Präsident Alois Willner bekam den großen Wappenteller der Stadt Borken auf einstimmigen Beschluss des Magistrats verliehen, eine Auszeichnung für außergewöhnliche Verdienste im Interesse der Stadt. Beim Festumzug zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Borken war der Club mit einem Wagen und einer Fußgruppe vertreten.

1976 war in der Presse zu lesen: „Einen besonderen Leckerbissen im Programm stellten die Marsch- und Showtänze der weiblichen Prinzengarde dar.“ Das Programm dauerte drei Stunden. Seit diesem Jahr tragen die Männer des Clubs weiße Jacketts. Präsident Alois Willner wurde von der Firma Reinhold Mach in Bier aufgewogen. Sparkassendirektor Maikranz überreichte dem Club den Ehrenpokal, der heute noch den Akteuren mit dem Spruch: „Nimm erst mal ’nen Schluck aus dem Pokal“ angeboten wird. Erstmals 1976 wurde zum 11.11. die Kampagne eröffnet und zwar mit Sektumtrunk und Imbiss im „Birkenhof“ bei Bechstedts. Bei dieser noch internen Veranstaltung wurde auch das Prinzenpaar gewählt.

1977 konnten 600 Gäste allein bei der ersten Veranstaltung in Borken begrüßt werden, bei der der damalige Bürgermeister Heinz Kniest und Reinhold Mach, Clubmitglied und Sponsor, zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Es folgten weitere Sitzungen in Borken und Trockenerfurth und zum erstenmal gab es ein Kinderprinzenpaar, das nächste allerdings erst neun Jahre später. Mit einem Festwagen hat sich der Club beim Rosenmontagsumzug in Fritzlar präsentiert. Am Festumzug des Bergmannsvereins nahm der Elferrat mit einer Fußgruppe teil. Die Bärensänger beteiligten sich beim Festkommers der Kirmes am Wasserturm mit solchem Erfolg, dass im anschließend herausgegebenen „Borkener Anzeiger“ ein Foto und gleich sieben Strophen abgedruckt wurden.

1978 besuchten wieder Gäste aus Méru die Prunksitzung in Borken. Der BCC revanchierte sich mit der Teilnahme an einem Festzug in Méru. Die Bärensänger traten beim Festkommers beim Heimatfest in Borken auf.

Für das Jahr 1979 hatte der Club ein eigenes Veranstaltungsheft herausgegeben. Bei einer der beiden Prunksitzungen in Borken trat eine Majorettengruppe aus Méru auf. Das Männerballett machte die erste Bühnenerfahrung. Der 1. Stadtrat Alfred Möller, seit 1973 als Ehrengast begrüßt und auch heute noch sehr dem Verein verbunden, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Das Heimatfest wurde um Auftritte der Bärensänger und der Garde bereichert. Ab 1979 wurde das Prinzenpaar nicht mehr in der Sitzung am 11.11. gewählt, sondern proklamiert, das heißt, vom Vorstand vorgestellt.

1980 wurde der evangelische Pfarrer Erhard Maurer Ehrenmitglied. Eine Abordnung aus Méru war wieder mit dabei und auch im Folgejahr bereicherte eine Tanzgruppe aus der Partnerstadt das Programm.

Seit 1982 gibt es nur noch eine Prunksitzung, die mit einer Ausnahme immer in Borken im Bürgerhaus stattfand. Von 1982 bis 2006 gab es eine Tanzpause nach der ersten Halbzeit der Prunksitzung. Eine musikalische Aufführung der Kolpingnarren aus Fritzlar ergänzte das Programm. Heinz Limmeroth, der seit 1965 zunächst als Kreisjugendpfleger, später als Leiter der VHS, zu den Ehrengästen zählte, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Bei den Vorstandswahlen wurden Alois Willner zum Präsident und Willi Zackl zum Vizepräsident gewählt.

Staatssekretär Dr. Heinz Kreutzmann, seit 1976 Ehrengast, wurde 1983 Ehrenmitglied.

Auch 1984 waren Gäste aus Méru mit Vizebürgermeister Lucas mit dabei. Gerald Pasieka leitet seitdem die Gestaltung von Saal- und Tischdekoration sowie die der Wagen für Heimatfest- und andere Umzüge. Seit 2000 liegt auch die Gestaltung des Bühnenbildes in seiner Hand. 400 Kinder und 200 Erwachsene haben den Kinderkarneval besucht.

1985 hat der Club zusätzlich Karnevalsveranstaltungen für die AWO und für den VDK durchgeführt. Mit weinroten Kostümen wurde die Kleine Garde neu eingekleidet. Von 1985 bis 1997 bereicherte die Gesangsgruppe „Olmeslerchen“ unter Leitung von Maria Kobus das Programm. Der wiederholte Méruer Besuch wurde 1985 mit dem Gegenbesuch der Garde und Elferräte einschließlich Teilnahme am Festzug in Frankreich honoriert. Die Olmeslerchen sangen beim Heimatfest. Am 11.11. wurde das Prinzenpaar vor dem Bürgerhaus proklamiert und anschließend das Rathaus gestürmt. Der BCC wurde dabei erstmalig musikalisch begleitet vom Borkener Bläserchor unter Leitung von Gerd Möller. Der Weg durch den Rathauspark wurde mit einem Straßenschild in „Prinzenallee“ benannt. Eine Kanone, zunächst eine Leihgabe der Arnsbächer Kirmesburschen, fand ihren ersten Einsatz, woraufhin Bürgermeister Kniest kapitulierte und die Stadtschlüssel dem Prinzenpaar übergab. Als weiteren Programmpunkt gab es Tänze der Garden. Zum Abschluss ging man in den „Alten Markt“ und feierte den Karnevalsbeginn weiter.

Zur 25. Prunksitzung in 1986 gab es wieder eine Festschrift. Die Eulenbütt bekam den Eulenvorbau aus Pappmachee. Präsident Alois Willner führte durch ein dreistündiges Programm, in dem der katholische Pfarrer Herrmann-Josef Wagner – hier zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Schwarz – zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Seit 1986 gibt es durchgängig ein Kinderprinzenpaar.
Im Mai starb Alois Willner, Gründungsmitglied und 23 Jahre lang Vereins- und Sitzungspräsident. Das Amt des Präsidenten wurde in das des Vereinspräsident und des Sitzungspräsident aufgeteilt. Willi Zackl wurde zum Vereinspräsidenten gewählt, Lothar Wiche zum Vize- und Sitzungspräsidenten.

Von 1987 an wird die Prunksitzung für die Aktiven per Videokamera festgehalten, und ebenfalls seit 1987 an Rosenmontag um 11:11 Uhr das Rathaus erstürmt. Zuvor tanzen die Garden in Kindergarten und Schule, und gelegentlich auch im Altenheim. Danach werden in Begleitung des Borkener Bläserchores Sponsoren besucht. Bei ihnen wird gesungen, geschunkelt und die Garden tanzen. Anschließend helfen die Sponsoren tatkräftig bei der Rathauserstürmung mit Rammbock und Kanone. Im Rathaus gibt es ein Kurzprogramm und verbalen Schlagabtausch mit dem Bürgermeister und städtischen Angestellten. Abschließend wird zum Ausklang ins katholische Pfarrheim oder in andere Räumlichkeiten eingeladen. Seit 1987 ist Bürgermeister Bernd Heßler an der Spitze der Rathausverteidigung. Von der Stadt wurde das Beet an der Kreuzung Schwalmweg/Nassenerfurther Straße zur Pflege übernommen, weshalb sich einige Aktive in regelmäßigen Abständen dort zum Arbeitseinsatz treffen.

Zur Prunksitzung 1988 konnte sich die Große Garde erstmals in den aktuellen blauen Kostümen zeigen. Es hatte sich die Mittlere Garde neu gebildet, die nun die rotweißen Kostüme weitertrug. Im Alten- und Pflegeheim zeigte der Club ein gekürztes Programm.

Bei der Prunksitzung im Jahr darauf, 1989, nahm der Elferrat am neugestalteten Elferratstisch Platz. Erstmals wurde der Stadtschlüssel dem Bürgermeister an Aschermittwoch im Zusammenhang mit dem Heringsessen zurückgegeben. Beim „Spiel ohne Grenzen“ im Stadion hat sich der Club ganz gut geschlagen. Am Festumzug des Männergesangvereins nahm der BCC ebenfalls teil.

Von 1990 bis 1993 war Cornelia Trittl die erste Solistin, die als Einzeltanzmariechen getanzt hat. Ein Sketch bereicherte das Programm. Der BCC besuchte den Karnevalsverein der Partnerstadt Teuchern.

1991, zur 30. Prunksitzung, gab es wieder eine Festschrift. Allerdings fiel, wie auch in anderen Karnevalshochburgen, die Prunksitzung wegen des Golfkriegs aus. Beim „Spiel ohne Grenzen“ hat der BCC wieder mit einer Mannschaft teilgenommen. Im September stand die Teilnahme am Heimatfestzug an.

Mit Sabrina Koch gab es von 1992 an drei Jahre lang ein Juniorentanzmariechen. Bürgermeister Bernd Heßler wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Beim dreistündigen Programm mit fast 100 Aktiven des BCCs brachte der Karnevalsverein Teuchern eine Einlage. Das Prinzenpaar tauschte im Laufe der Kampagne das 21 Jahre alte rote Ornat gegen ein neues blaues aus. Auch das Kinderprinzenpaar erhielt neue Gewänder. Mittlere und Große Garde nahmen am Oster-Festumzug in Méru teil. Die Große Garde konnte am Hessentag in Wolfhagen tanzen.

Die Bärensänger sind 1993 mit neuer Orgel aufgetreten. Ein neuer Prinzenthron wurde errichtet. Beim Heimatfestumzug war der BCC mit großer Fußgruppe und Trabbi unterwegs.

Seit 1994 werden die Bärensänger von einem Akkordeon begleitet. Von 1994 bis 2001 gab es einen zusätzlichen Kostümball, der aber wegen geringer Beteiligung eingestellt werden musste, obwohl die Veranstaltungen immer schön und stimmungsvoll waren. Im Mai 1994, am Challenge-Day, hat sich der BCC den Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde durch die längste Joghurt-Kette – 2000 Becher in 15 Minuten – erarbeitet.

Am Heimatfestumzug in 1995 hat der Club wieder teilgenommen. Bis einschließlich 2001 fand die Kampagneeröffnung mit Proklamation der Prinzenpaare durch den Bürgermeister oder einen Vertreter und den Vereinspräsidenten am Pferdebrunnen statt. Dabei wird der Verein, damals wie heute, von Sponsoren und den Borkener Bläsern unterstützt.

Der ausverkaufte Saal hat 1996 ein vierstündiges Programm mit 120 Aktiven erlebt. Kim Schröder tanzte nur in dieser Session als Tanzmariechen. Das Prinzenpaar in Begleitung von Großer Garde, Bärensängern, Kanone und Kanonieren hat sich auf dem Umzug von FFH in Kirchhain präsentiert. Seit 1996 ist der BCC eingetragener Verein und hat knapp 200 Mitglieder, davon fast ein drittel Kinder und Jugendliche. Für die Stadt Borken hatte die Große Garde einen Auftritt in Bad Iburg und beim Borkener Altstadtfest, sowie beim Lichterfest in Bad Zwesten.

Im folgenden Jahr, 1997, konnte die Mittlere Garde ihre neuen rot-weißen Kostümen vorführen. Die „Young Dancing Mamas“ hatten ihren ersten Auftritt. Im August trat die Große Garde als „Vorgruppe“ der Rockband „The Lords“ beim Parkfest in Teuchern auf. 30 Prinzenpaare und allen drei Garden nahmen am Borkener Heimatfestumzug teil!

1998 erhielt das Prinzenpaar ein neues Ornat mit dem Wappen der Stadt Borken und den Titel Stadtprinzenpaar. Das Kinderprinzenpaar wurde ebenfalls neu eingekleidet. Wegen Umbaumaßnahmen im Bürgerhaus musste die Veranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus nach Trockenerfurth verlegt werden. Die Prinzenproklamation beginnt seit 1998 mit der Einweihung der „Prinzenstraße“, der Straße, in der der Prinz wohnt.

Die jüngste Garde, die „Littles“, steht seit 1999 mit Marsch- und Schautanz auf der Bühne. Die Kinder im Vorschulalter treten beim Kinder- und Seniorenkarneval auf. Eine Playbackshow gab ihr Debüt im Abendprogramm.

Seit 2000 gibt es in Zusammenarbeit mit der Stadt Borken den Seniorenkarneval. Beim Stadtparkfest waren die „Young Dancing Mamas“ auf der Bühne zu sehen. Die Bärensänger leisteten zur 1225-Jahr-Feier einen Beitrag. Beim Heimatfestumzug war der Club mit einem Riesenwagen vertreten. Zum 40. Jubiläum gab es nach der Prinzenproklamation ein Ordensfest mit Ehrung von Gründungsmitgliedern, verdienten Aktiven und Sponsoren.

Als 2001 die Late-Lounge-Show vom Hessischen Fernsehen kurzfristig zum Karnevalsumzug in Borken aufrief, war der BCC natürlich mit dabei. Auf der Jahreshauptversammlung kam es planmäßig zum Wechsel in der Führung des BCCs. Willi Zackl, 15 Jahre lang Vereinspräsident, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Seine Nachfolge trat der bisherige Vize- und Sitzungspräsident Lothar Wiche an. Das Amt des Sitzungspräsidenten übernahm Egon Schmidt. Erstmals wurde eine Frau als Vizepräsidentin in den Vorstand gewählt.
Die Karten für die Prunksitzung 2002 waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Seit diesem Jahr stehen zwei Solo-Tanzmariechen auf der Bühne: Lena Bahlburg und Kristin Wiegand. Zur Rathausstürmung konnte die neue Vereinsflagge am Rathaus gehisst werden. Beim Stadtfest, bei der Benefizveranstaltung der Vereinsgemeinschaft, beim Malsfelder Brauereifest und beim Städtepartnerschaftsfest war der BCC mit mehreren Auftritten vertreten. Seit 2002 wird zur Kampagneeröffnung am 11.11. am Bürgerhaus die Vereinsflagge gehisst und am darauf folgenden Samstag die Prinzenproklamation in gewohnter Manier, jedoch im Engelhardtschen Hof durchgeführt. Die Kleine Garde hat nach 13 Jahren neue rote Marschkostüme bekommen. Mit drei Garden hat der BCC erstmals beim Freundschaftstanzen der IKN „Interessengemeinschaft Karneval Nordhessen“ teilgenommen. Die Mittlere und Große Garde heißen jetzt „Stadtgarde“ und „Prinzengarde“.

2003 war das Prinzenpaar mit Gefolge zum ersten Mal der im Jahr zuvor eingeführten Einladung des Ministerpräsidenten zum Empfang nach Wiesbaden gefolgt. Rosenmontag wurde das Rathaus im Nu mit dem neuen, geschnitzten Rammbock eingenommen. Das Prinzenpaar mit einer kleinen Abordnung hat am Rosenmontagsumzug in Holzhausen am Hahn teilgenommen. Beim Stadtfest hatte der BCC verschiedene Auftritte und sich im Pavillon der Vereinsgemeinschaft bei der Präsentation der Vereine dargestellt. Bei der Prinzenproklamation 2003 konnten 20 Mädchen für fünf Jahre und zwei für 10 Jahre Gardetanz ausgezeichnet werden!

Seit Oktober 2004 ist der Club unter www.bcc1961.de im Internet zu finden.
In der Kampagne 2004/05 feierte der Borkener Carneval Club mit einem Festkommers sein 44-jähriges Jubiläum. Willi Zackl, langjähriger Vereinspräsident, wurde Ehrenpräsident. Gerd Möller, langjähriger Leiter des Borkener Bläserchores, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Erstmals wurden Verdienstorden des BDK in Silber und Bronze durch Martin Wehner vom KVK verliehen. Ebenso erstmalig wurde das BDK-Treue-Abzeichen langjährigen Trainerinnen verliehen.

Zur Prunksitzung und dem Kinderkarneval 2005 gab es nur noch ein Plakat mit Werbung für beide Veranstaltungen. Für die Prunksitzung wurde die Tischnummerierung eingeführt. 410 zahlende Gäste sowie ca. 60 Ehrengäste konnten begrüßt werden. Eine neue, rein männliche Gesangsgruppe hat sich gefunden: Die Olmesbarden. Zum Kinderkarneval wurde der Clown Laurin verpflichtet, dafür entfiel die Kinderplayback-Show. Eigens um weitere Sponsoren zu besuchen wurde einmalig ein zusätzlicher Termin gemeinsam mit den Borkener Bläsern eingeschoben. Im November 04 und Januar 05 druckte der Borkener Anzeiger in je zwei Ausgaben jeweils eine ganze Seite Werbung für den BCC ab!

Zur Prunksitzung 2006 erscheinen auch die BCC-Frauen in weißen Blazern und royal-blauen Tops. Erstmals malt Manfred Pfaff das Bühnenbild nach Entwürfen von Uli Scholl. Ab 2006 bekommen alle Gardemädchen als Dankeschön einen Gardeorden. Bei REWE tanzen die Sternchen- und die Stadtgarde. Beim IKN-Freundschaftstanzen zeigt die Sternchengarde ihren tollen Pippi-Langstrumpf-Marsch. Das Männerballett-Turnier wurde durch die BCC-Männer bereichert. Drei Trainerinnen nahmen an KVK-Trainerschulungen teil. Mit großer Beteiligung fuhr der Club nach Löhlbach zum Höhner-Konzert. Am Heimatfest-Umzug im September nahm der Club mit großem Wagen (vom CCB Besse) und großem Gardeaufgebot teil. Ein neues Mariechen, Paulina Rose, nahm das Training auf. Die drei Garden und zwei Mariechen hatten eigens einen gemeinsamen Tanz dafür einstudiert. Eine neue Frauengruppe „Ladykracher“ wurde gebildet. Für die Außenveranstaltungen im Winter wurden royal-Blaue Winterjacken, bestickt mit „Borkener Carneval Club“, gekauft. Erstmals wurde das KVK-Tanzturnier von einigen Trainerinnen besucht. Bei der IKN-Eröffnungsitzung tanzte das Juniorenmariechen Paulina Rose. Für den Fernsehauftritt wurden vier Marschtänze erfolglos beworben.

Über die ARAG wurde 2007 endlich eine Versicherung für alle Mitglieder abgeschlossen. Nach 18 Jahren mit den „Silverboys“ hatte sich der Club für einen Wechsel entschieden: die „Lightnings“ begleiteten die Prunksitzung, Rene Reichel den Kinderkarneval. Um mehr Plätze im Großen Saal verkaufen zu können, wurde die Tanzfläche in den Kleinen Saal verlegt. Vertreter vom DRK waren ehrenamtlich für den Fall der Fälle eingeladen. Martin Wehner, Präsident des KVK, überreichte vier BDK-Treue-Abzeichen. Lothar Wiche erhielt den BDK-Verdienstorden in Silber. Die Mariechen Kristin Wiegand und Lena Bahlburg, sowie die „Young Dancing Mamas“ traten in dieser Kampagne zum letzten Mal auf. Wegen der Fülle des Programms wurde von 2007 an auf die Tanzpause während des Programms verzichtet. Zum 55.jährigen Jubiläum des KCV Homberg steuerte der Club drei Programmpunkte bei. Im Mai trat der Präsident Lothar Wiche zu Gunsten von Uli Scholl zurück. Das Kostüm der Sternchengarde wurde um Marschstiefel erweitert. Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge und der Eintrittsgelder wurden beschlossen. Testweise wurde ein Jahreskalender für die Vereinsaktivitäten erstellt. Im Juni wurde der BCC Sieger des EON-Mitte-Duells der Vereine und gewann damit 1100 €! Eigens für die Veranstaltung wurden weiße T-Shirts mit BCC-Emblem und Namenszug bedruckt. Im Oktober erhielt Lothar Wiche unter anderem für sein Engagement für den BCC den Ehrenbrief des Landes Hessen. Statt Geschenken wünschten sich Toni und Manuela Albano zum 30jährigen Jubiläum des Turm-Restaurants Geld für die Garden des BCCs. Dabei kamen 515 € zusammen! Nutznießer war u. A. die Sternchengarde, deren Kostüm mit Marschstiefeln komplettiert wurde, und die Prinzengarde, die nach 20 Jahren neue Marschkostüme bekam. Nach fünf Jahren auf dem Engelhardtschen Hof fand die Proklamation erstmals auf dem neugestalteten, frischeröffneten Alten Markt statt. Im Dezember wird das Ordensfest des KVKs in Borken ausgerichtet. Dafür werden alle Helfer mit dem weißen BCC-T-Shirt ausgestattet. Drei Damen des Clubs erhalten den KVK-Verdienstorden.
Das Plakat für die Prunksitzung und den Kinderkarneval wurde ab 2008 neu in Rot gestaltet. Für die „Außenveranstaltungen“ legten sich die Aktiven einheitliche blaue Winterjacken zu. Alle Termine, d.h. Veranstaltungen, Mitgliederversammlungen, planbare Arbeitseinsätze, wurden erstmals zum Kampagne-Beginn in einem Terminkalender festgehalten. Das Bühnenbild wurde neben einem „Bilderrahmen“ mit vier Wahrzeichen Borkens dekoriert, damit der auszugestaltende Teil kleiner, das Malen erleichtert wird. Die Sternchengarde warb im HR-Fernsehen für unsere Veranstaltungen mit einem Auszug aus ihrem Sternentanz. Nach den Sommerferien 2008 durfte der Club den Kindergarten nicht mehr für Übungsstunden nutzen. Nach einigen Renovierungsarbeiten wurde das Training in das Jugendzentrum auf der anderen Seite der Bahn verlegt. Weil die Prinzessin der Kampagne 2008/09 am Termin der Prinzenproklamation eine Klausur schreiben musste, wurde einmalig die Proklamation auf den Samstagnachmittag verlegt.

In 2009 kleideten sich die Aktiven mit blauen Poloshirts ein. Beim Seniorenkarneval übernimmt der BCC den Kuchenverkauf mit selbstgebackener Torte. Beim Heimatfestumzug im September nahm der BCC mit Wagen und Fußgruppe teil. Ein kräftiger Regenschauer unterwegs machte der Stimmung keinen Abbruch. Ein Magnetschild mit der Aufschrift „Prinzenmobil“ wurde angeschafft. Der Autopark Borken stellte im ersten Jahr eine Auto und Benzin für alle Fahrten des Prinzenpaares. Das Prinzenmobil hatte seinen ersten Einsatz zur Proklamation.

Weil es seit Januar 2010 einen neuen Borkener Anzeiger und die Heimatnachrichten und die HNA nebeneinander gab, hat der BCC gleich dreifache Chancen, von sich zu schreiben.

In Ermangelung eines „Borken-Babys“, was jedes Jahr zum Neujahrsempfang der Stadt präsentiert wird, hält Stadtprinz Jörg II. Fuchs seine erste Rede. Anlässlich des 50jährigen Jubiläums kann der BCC wieder mehrere Seiten im Borkener Anzeiger gestalten. Erstmalig wird die Prinzenproklamation zwar nach Vollzug der Inthronisation aber doch vorzeitig wegen Regens abgebrochen. Unter anderem wird ein Interview mit allen vier bisherigen Vereinspräsidenten abgedruckt. Höhepunkt im Jahr 2011 war der Empfang im Bundeskanzleramt! Das Prinzenpaar des BCC Jörg II. und Stefanie I. aus dem Hause Fuchs sowie Präsident Ulrich Scholl und Vizepräsidentin Maria Frank waren gemeinsam mit einer vierköpfigen Abordnung des KVK als Vertreter des Landes Hessen zu Gast bei Bundeskanzlerin Angela Merkel.